Handwerk

TERRACOTTA
Im  Salento ist man stolz auf die ruhmreiche Handwerkstradition:  Die älteste ist die Töpferei, die schon seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. hier ausgeübt wurde. Die zahlreichen prähistorischen Fundstücke aus Keramik und Terracotta, die sich in salentinischen Museen befinden, bezeugen das. Eine besonders lange Tradition haben hier die Gefäße, vor allem der sogenannte ‚cucco‘. Das ist ein kleiner Krug mit einem Henkel, der für Wasser benutzt wurde. Dieses wiederum wurde von den Frauen an den Quellen geschöpft, und zwar in einem  ‚orcio‘, einem Gefäß aus Terracotta, das größer war und mit seinen zwei Henkeln das Heben und Transportieren auf dem Kopf erleichterte. Andere Gefäßtypen, alle größer als der ‚cucco‘ waren z. B. die ‚fiasca‘, ein bauchiges Bodengefäß mit Henkel, das mit Korb umflochten wurde. Die ‚minzani‘ dienten zur Aufbewahrung des Olivenöls. Die ‚capase‘, hingegen waren glasierte Vorratsbehälter für Lebensmitte, die  ‚ pignate‘ wurden zum Garen von Hülsenfrüchten gebraucht. Die  ‚trimmuni‘ und der ‚limmo‘, waren  kleinere Behälter für den Hausgebrauch. Die Verarbeitung der Terracotta war nicht nur für Haushaltsgegenstände zuständig, sondern es wurden auch Spielzeuge wie Pfeifen, Glöckchen und Figuren hergestellt, wie die Krippenfiguren, die heute noch in italienischen Krippen zu sehen sind. Besonders bekannt für ihre Produktion sind S. Pietro in Lama, Lecce, Cutrofiano, Ruffano und Lucugnano.

PAPPMACHE‘
Die Verarbeitung von Pappmaché ist eine typische Tradition von Lecce. Die Ursprünge dieses Handwerks findet man vermutlich im 17.Jhdt., im Laden eines Barbiers, andere Überlieferungen sprechen von armen Leuten, die sich mit dem Modelliersn von Stroh und Lumpen, die dann mit Papier überzogen wurden, beschäftigten. So seien die Heiligenfiguren, die heute noch viele Kirchen des Salento schmücken, entstanden.

STEINMETZARBEITEN  IN  LECCE
Das Gestein im Salento stammt aus dem Myozän, einem Erdzeitalter im Tertiär, vor ca. 17-23 Mio Jahren. Schon imn der zweiten Hälfte des 18.Jhdts, in der viele Werke aus diesem Stein gemeißelt wurden,  wußte man das. Viele Techniken der damaligen Zeit sind heute durch zeitsparenden Maschineneinsatz ersetzt worden,  aber in ländlichen Gegenden gibt es noch Steinmetze die Lecceser Stein mit dem meissel bearbeiten.
Dank seiner Zusammensetzung ist der Stein besonders geeignet für die Dekorationen und Verzierungen, die man an zahlreichen Bauwerken im Stil des Barock, z. B. der Kirche Santa Croce in Lecce, bewundern kann.

KORBMACHEREI
Heute findet man ausser Geflecht aus Schilf, Sumpfröhricht und Korb auch solches aus Olivenschößling.  Die Techniken legen viel Wert auf Qualität und müssen sich gegen die industrielle Massenproduktion durchsetzen.  Das Zentrum der Herstellung liegt in der Umgebung von  Acquarica del Capo.  Die Korbflechterei in der Provinz von Lecce ist ein sehr altes Handwerk. Ursprünglich wurden die Körbe zur Obst- und Olevenernte benutzt, für das Brot und die Formen des Ricotta-Frischkäses. Auch Schilfrohr und Olivenschößling werden zur Verarbeitung benutzt.

WEBEREI UND STICKEREI
In fast alle Orten im  Süden des Salento gibt es kleine Spinnereien und Textilwerkstätten, in denen am traditionellen salentinischen Webstuhl gewebt wird. Es ist ein antikes Werkzeug und funktioniert mit Pedalen, ist rechteckig und aus Olivenholzantichissima. Die Stickereien und Spitzen, sind Traditionen, die die geschicktenHandarbeiterinnen der Gegend an ihre Töchter weitergeben. Es gibt keinen Ort weit und breit in dem man nicht eine Stickerin oder Spitzenklöpplerin findet, die mit ihren Werken Aussteuern von großem Wert herstellen kann. Die bekanntesten Spitzen nennen sich ‚ chiaccherino‘, mit dem klöppel gemacht, und der ‚ tombolo‘. Hierbei wird der Faden in einem kunstvollen Vorgeng mit anderen verknüpft, die über einer Skizze festgesteckt sind, das wiederum auf einem großen Kissen liegt.
SCHMIEDEEISEN UND KUPFER
in einem der ältesten Berufe benutzen heute noch die Kunstschmiede Hammer und Glut, um eiserne Kerzenleuchter, Lampen, Bettgestelle, Gitter, Geländer und Tore herzustellen.  Kupfer hingegen mit seinem roten Schimmer ist leichter und schon immer ein besonders beliebtes Metall. Hieraus schmiedet  man glänzende Krüge, Karaffen und Amphoren, Kaffee- und Ölkannen und Pfannen. Man findet auch glasierte Gegenstände aus Kupfer.

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